Entwicklung der Karten mit Usern

Es gibt mindestens 300 gut beschriebene relevante Einflüsse auf das menschliche Verhalten, die im Umfeld der User Experience berücksichtigt werden könnten. Nun, das sind zu viele für die meisten Personen im Berufsalltag. Aber die Einbeziehung der Psychologie ist entscheidend für die Effizienz des Prozesses und die Qualität der resultierenden UX!

Deshalb beschloss ich im Jahr 2020, ein intelligentes Tool zu entwickeln, das es jedem, der sich für Psychologie interessiert, ermöglicht, die UX seiner Produkte und Dienstleistungen mit einer Reihe von sorgfältig ausgewählten psychologischen Erkenntnissen zu verbessern. Und ich wusste, dass ich es iterativ mit zukünftigen Nutzern entwickeln musste, da es sonst nicht ihren Bedürfnissen entsprechen würde.

Schritt 1: Identifizierung der wichtigsten psychologischen Einflüsse und Fallstricke

Ich habe begonnen, ein breites Spektrum von Projekten aus meiner drei Jahrzehnte langen Erfahrung als Psychologin in der Technikbranche zu analysieren, um die am häufigsten auftretenden Probleme zu ermitteln, die durch konkrete psychologische Probleme verursacht werden. Ich habe diese Ursachen strukturiert und klassifiziert, sie in eine Rangfolge gebracht und schließlich die 50 wichtigsten psychologischen Einflüsse ermittelt. Mit diesen 50 Erkenntnissen bewertete ich Designs, Journey Maps und Fragebögen, um zu sehen, wie sie dazu beitragen, die Ursachen von Problemen zu identifizieren. Das hat gut geklappt.

Schritt 2: Entwicklung der ersten Versionen von Inhalt und Design der Karten

Als Nächstes ging es um die Entwicklung der Karten. Welche Details zu den psychologischen Erkenntnissen sollten bereitgestellt werden, wie detailliert, welche umsetzbaren Empfehlungen, wie viel, welcher Stil usw.? Und die physischen Karten: welche Größe und welches Layout? Meine ersten Karten beschrieben die psychologischen Erkenntnisse und ihre Ursachen, aber das schnelle Feedback der Nutzer zu den ersten Kartenprototypen ergab, dass sie nicht umsetzbar genug waren. Und meine eigenen Kartenentwürfe zeigten, dass ich professionelle grafische Unterstützung brauchte. Während ich also an den nächsten Versionen des Inhalts arbeitete, begann ich mit Mandana (siehe https://schoener.digital) zusammenzuarbeiten, die neue Kartenlayouts, einschließlich Grafiken, Icons usw. entwarf. Diese Phase dauerte weitere 3 Monate.

Schritt 3: Benutzertests mit Inhalten und Textiterationen

Mit einer Version eines vollständigen Kartensatzes begann ich schließlich mit echten Benutzertests. Eine große Gruppe von ca. 20 Personen aus Unternehmen meldete sich freiwillig, um die Karten auszuprobieren, teilweise in Workshops oder bei ihrer täglichen Arbeit. Sie gaben mir ausführliche Rückmeldungen, die nach und nach zu Änderungen an Inhalt und Formulierung führten. Damals gab es auch zusätzliche Kartentypen, die den Nutzern die Auswahl und Anwendung der Karten erleichtern sollten, aber die Versuche zeigten, dass sie zu komplex waren, also habe ich sie ganz gestrichen.

Schritt 4: Fertigstellung der Karten in 2 Sprachen (Englisch und Deutsch)

Ich wollte von Anfang an, dass das Tool sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch verfügbar ist. Deutsch ist meine Muttersprache. Und Englisch ist wichtig, weil ich zum einen die Notwendigkeit sehe, Psychologie rund um den Globus anzuwenden. Und zum anderen, weil Teams zunehmend multikulturell werden und Englisch die vorherrschende Arbeitssprache ist. Also habe ich die Karten übersetzen lassen. Damals hat mich Klaus Hofer (siehe www.usabilitymapping.com) bei der Überprüfung der englischen Version wunderbar unterstützt. Da er selbst Psychologe ist, war Klaus auch eine große Hilfe bei der Überarbeitung kleiner Details in Begriffen und Texten.

Schritt 5: Gestaltung von unterstützenden Prozessmaterialien

Die Testnutzer hatten um eine unterstützende Anleitung gebeten, wie man die Karten am besten anwendet, eine Art Prozessbeschreibung für die täglichen Aufgaben – zusätzlich zur Verwendung der Karten als Lernmaterial überhaupt. Also entwickelte ich zwei Prozessbeschreibungen, eine für die Bewertung von Entwürfen und Materialien und eine für die Analyse des Verhaltens im Alltag. In drei Iterationen mit den Nutzern, angefangen mit einem kleinen Ordner, gefolgt von einer großen Karte, habe ich schließlich die Prozesskarten entwickelt.

Parallel zu allem anderen: die Entwicklung der Box

Parallel zur Entwicklung der Karten musste ich an der Verpackung der Karten arbeiten. Für mich war klar, dass ich alles möglichst nahe produzieren lassen wollte, um die Umweltauswirkungen des Transports zu berücksichtigen. Nach verschiedenen Iterationen und Probeproduktionen entschied ich mich schließlich für die Box, wie sie jetzt vorliegt. Mandana entwickelte ein ansprechendes Design für die Boxen.

DAS ENDPRODUKT

Nach mehr als 18 Monaten sehr intensiver Entwicklungszeit habe ich schließlich im Oktober 2022 auf dem WUC World Usability Congress in Graz das UX Psychology Lens® Toolset der UX-Community vorgestellt. Wow, war ich nervös! Aber das Feedback war unglaublich positiv, und seither kaufen die Leute die Karten und schicken mir Geschichten darüber, wie sie sie benutzen und wie die Karten ihnen helfen! Inzwischen werden die Karten bereits auf drei Kontinenten und in über 20 Ländern eingesetzt.

 

Das Buch: Das Begleitbuch, das ausführliche Beschreibungen, Fälle, Beispiele und Argumente enthält, ist nun auch fertig!

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